Wie geht das eigentlich?

Und wie dünn muss Holz sein, dass Licht hindurch scheint?

  • Zuschnitt mit Kettensäge

  • grobes Runddrehen

  • Zapfen andrehen

  • in Backenfutter spannen und plandrehen

  • Loch ausbohren

  • innere Form eindrehen

  • Innere Form erfühlen

  • Außen abdrehen

  • Immer näher rantasten

  • Noch dünner

  • und noch dünner

  • und noch dünner

  • bis zum Boden

  • Fertig

  • Nach dem trocknen wird geschliffen

  • Und geölt und somit ist das Werkstück vollendet

Drechseln bedeutet: Ein Werkstück in Rotation bringen, um dieses dann mittels Eisen zu bearbeiten. Dies ist eines der wenigen Handwerke, bei denen sich das Werkstück bewegt und nicht das Werkzeug. Das ist auch einer der Gründe, warum Drechseln so Spaß macht. Es gibt viel Bewegung, und gute Ergebnisse entstehen sofort. Man spürt den Wind, die Späne fliegen, und es riecht nach Holz.

Meine kleine Drechslerei ist in Weiden geboren. Dort entstehen die meisten der Werke, die Sie auf dieser Seite sehen. Ansonsten habe ich welche aus meiner Lehr- und Meisterzeit im Odenwald mitgebracht. Den Rest stelle ich her, wenn ich mit unserer PR- Aktion MammutEiszeitKunstHandwerk unterwegs bin. Meine Hölzer beziehe ich direkt aus der Umgebung, denn die größte Freude habe ich mit dem Drechseln von nassem, frisch gefälltem Holz. Dieses ist noch rissfrei und viel elastischer als schon getrocknetes. Natürlich hat es auch ein spezielles Einsatzgebiet. Extrem dünn drechseln! Lampenschirme, Windlichter in jeder erdenklichen Art und ganze Lampen.

So dünn, dass das Licht durch das Holz scheint, wodurch natürlich die Maserung viel besser zu sehen ist. Auch die rötlich-gelbliche Farbe, die Holz hat, wenn es scheint, strahlt eine überwältigende Gemütlichkeit aus. Der „Aha“ – / „Oha“-Effekt, den es bei den Menschen hervorruft, wenn man seine Werke präsentiert, macht die Freude dann perfekt.

Außerdem brauche ich selbst eine Funktion hinter dem Werkstück. Ein Stift zum Schreiben, eine Schale für Chips oder eine Vase für Blumen. Ich würde mich aber trotzdem eher als Künstler bezeichnen. Ein Kunsthandwerker sozusagen, der alle erdenklichen Wege geht und verschiedenste Techniken und Materialien kombiniert, nur um zu sehen, was am Ende dabei herauskommt. Ich bin also auch ein Forscher. Ein Forscher der mit einem traditionellen Handwerk neue Wege geht. Natürlich über die alten Wege. Aber Abzweigungen macht, wo noch keine sind. Das zeichnet mich und meine Werke aus.