Mammutelfenbein

Weißes Gold, geborgen aus sibirischem Permafrostboden

Während unserer Ausstellung „MammutEiszeitKunstHandwerk“ beantworte ich regelmäßig folgende Fragen zum Thema Mammutelfenbein:

Darf Mammutelfenbein verarbeitet werden?

Ja. Das Wort Elfenbein bezieht sich auf die Stoßzähne von Elefanten und Mammuts, weiterhin auch auf die Stoß- und Eckzähne anderer Tiere wie Narwal, Pottwal, Walross, Flusspferd. Im Washingtoner Artenschutzabkommen von 1989 wurde unter anderem der Elefant in die höchste Schutzstufe gestellt und somit der Handel von Elefantenelfenbein verboten. Es geht dabei aber um das Tier, also um den vom Aussterben bedrohten Elefanten, und nicht um das Material. Das Mammut ist schon vor 10000 Jahren ausgestorben, was bedeutet, dass man das Tier nicht mehr zu Schützen braucht. Dieses Elfenbein ist zum Handel freigegeben.

Woher stammt das Mammutelfenbein?

Jährlich werden allein im Hauptfundort Sibirien 60 Tonnen Mammutelfenbein aus dem Permafrostboden geborgen. Diese Funde gibt es aber auch in Alaska, Canada und anderen Gletscherregionen. Nach Schätzungen sind allein in Sibirien noch mehr als 800.000 Tonnen im ewigen Eis vorhanden.  Natürlich ist das Material durch Witterung, Frostsprengung und Metalleinlagerungen rissig geworden und hat sich verfärbt. Dies sind Qualitätsmerkmale, die den Preis des fossilen Elfenbeins bestimmen. Die am besten erhaltenen Exemplare sind Museen vorbehalten, der Rest ist für den Handel bestimmt. Da Mammutelfenbein ein fossiler Rohstoff wie Gas, Kohle und Öl ist, ist es zum Verkauf freigegeben.

Wie wird Mammut- von Elefantenelfenbein unterschieden?

Der Kenner sieht den Unterschied zwischen Elfenbein vom Elefanten zu dem des Mammuts sofort. Hauptunterscheidungsmerkmal ist die innere Struktur (Retzius’sche Linien). Diese ist bei beiden Elfenbeinarten vorhanden, die Linien treffen aber in einem anderen Winkel aufeinander. Andere Elfenbeinarten weisen diese Struktur nicht auf.

Es existieren noch viele weitere Unterscheidungsmerkmale, zu ihrer Feststellung werden jedoch größere Stücke vom Zahn benötigt. Ist dies der Fall, kann nach folgenden Kriterien unterschieden werden:

  • Der ovale Zahnquerschnitt des Elefanten unterscheidet sich von dem runden Zahnquerschnitt des Mammuts.
  • Der Zahn des Mammuts weist im Vergleich zu dem des Elefanten eine stärkere Biegung in Längsrichtung auf.
  • Die Zementschicht des Mammutzahns ist dicker und das Material spröder, dichter und härter.
  • Ein Mammutstoßzahn ist weit größer und schwerer als ein Elefantenstoßzahn (bis zu 150 kg) und nur 1/3 hohl.

Sollten trotz dieser Unterscheidungsmerkmale Zweifel bestehen, kann nur ein Labor Gewissheit geben.

Woher kommen die Farben?

Hier sind verschiedene Halbedelsteine eingesetzt wie: Lapislazuli (Blau), Malachit (Grün), Türkis (Türkis), oder Koralle (Rot) und Bernstein (Orange/Gelb). Besondere Schmuckstücke sind noch zusätzlich mit Opalen besetzt. Durch die Zeit, Frostsprengung und Metalleinlagerungen entstehen Risse, und statt sie zu vertuschen betone ich sie. Die schwarze Farbe rührt vom Ebenholzstaub her.

Es gibt aber auch natürliche Verfärbungen, Grün, Blau und Braun, die sich durch Metalleinlagerungen, wie von Eisen und Kupfer, ergeben, bzw. durch Erdeinlagerungen oder Schlamm. Die umliegenden Stoffe verfärben über Jahrtausende den Zahn und machen ihn durch diese spezielle Prägung einzigartig.

Wie wird Mammutelfenbein bearbeitet?

Mit einem Zahnarztbohrer und vielen verschiedenen Fräsern. Sägen, Schabern und Schleifpapier.

Sind die Stücke lackiert?

Nein. Die Oberfläche wird sehr fein geschliffen und danach poliert. Eine Eigenschaft, die Elfenbein so beliebt werden ließ, ist seine hohe Polierfähigkeit. Die innere Struktur ist im wahrsten Wortsinne herausragend durch die leichte Wachsschicht vom Polieren. Zusätzlich wird die Oberfläche durch den Verschluss der Poren des hygroskopischen Elfenbeins geschützt.

Sollten Sie noch Fragen haben, zögern Sie nicht und nehmen Sie Kontakt zu mir auf! Gerne beantworte ich Ihre Fragen.